Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungs­ergänzungs­mittel in der Schwangerschaft: Was ist wirklich notwendig?

Für jede Schwangere gelten Folsäure (0,4–0,8 mg pro Tag) und Jod (0,1–0,15 mg pro Tag) als empfohlene Basis-Supplementierung. Eisen, Vitamin D und DHA werden individuell nach Blutbild empfohlen. Weitere Nährstoffe lassen sich bei ausgewogener Ernährung meist über Lebensmittel decken.

Mit dem positiven Test rückt die Frage in den Mittelpunkt, welche Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft sinnvoll sind und welche nicht. Die gute Nachricht: Die Liste der wirklich notwendigen Präparate ist kurz. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind nur zwei Nährstoffe für jede werdende Mutter pauschal empfohlen. Alle weiteren Empfehlungen hängen von Blutwerten, Ernährungsstil und individueller Situation ab.

Warum steigt der Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Energiebedarf steigt erst ab dem zweiten Trimester um rund 250 kcal pro Tag.
  • Der Bedarf an einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen wächst deutlich stärker, teilweise um 50 % oder mehr.
  • Plazentaaufbau, Blutvolumen und kindliche Organentwicklung sind Hauptfaktoren für den erhöhten Bedarf.
  • Eine ausgewogene Ernährung deckt die meisten Nährstoffe, außer Folsäure und Jod.

Der Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft steigt, weil der mütterliche Körper zwei Stoffwechselsysteme gleichzeitig versorgt. Die Plazenta wächst, das Blutvolumen nimmt um bis zu 40 % zu, und das ungeborene Kind baut Organe, Knochen und Nervensystem auf. Dafür werden mehr Folat, Jod, Eisen und Vitamin D benötigt als üblich. Der reine Kalorienbedarf steigt dagegen moderat: erst ab dem vierten Monat um etwa 250 kcal pro Tag. Wichtig ist also nicht „mehr essen“, sondern „besser essen“, mit Fokus auf nährstoffdichte Lebensmittel.

Gemäß den Empfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben sollten Schwangere täglich Vollkornprodukte, frisches Gemüse, Obst, Milchprodukte und ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch verzehren. Diese Basis deckt Magnesium, Calcium, Zink und die meisten Vitamine zuverlässig ab. Wer sich abwechslungsreich ernährt und auf Fertigprodukte weitgehend verzichtet, braucht außer Folsäure und Jod in der Regel keine weiteren Präparate.

Welche Nährstoffe deckt die Ernährung alleine ab?

Die Ernährung allein liefert bei abwechslungsreicher Kost ausreichend Magnesium (über Vollkorn, Nüsse, grünes Gemüse), Calcium (Milchprodukte, Brokkoli, calciumreiches Mineralwasser), Zink (Fleisch, Hülsenfrüchte, Käse) und Vitamin C (Paprika, Zitrusfrüchte, Beeren). Auch der Bedarf an Vitamin B6, B2 und Niacin lässt sich problemlos über Lebensmittel decken.


Folsäure und Jod bilden jedoch eine Ausnahme: Beide Nährstoffe sind in Deutschland im Speiseplan vieler Frauen chronisch unterversorgt. Die DGE-Studie SuSe II (Universitätskinderklinik Bochum) mit 966 Müttern zeigte, dass zwar 82 % der Teilnehmerinnen Folsäure einnahmen, aber nur rund 50 % ihren Jodbedarf decken konnten. Diese Lücke lässt sich über die normale Ernährung kaum schließen.

Wie verändert sich der Nährstoffbedarf im Verlauf der Schwangerschaft?

Der Bedarf an Nährstoffen entwickelt sich nicht gleichmäßig über die neun Monate. Im ersten Trimester ist der Folsäurebedarf besonders kritisch, weil sich das Neuralrohr des Kindes bereits in Woche drei bis vier schließt, oft bevor die Schwangerschaft überhaupt bekannt ist. Ab dem zweiten Trimester wächst das kindliche Skelett, weshalb Calcium und Vitamin D an Bedeutung gewinnen. Im dritten Trimester steigt der Eisenbedarf weiter, weil das Kind beginnt, eigene Eisenreserven für die ersten Lebensmonate aufzubauen. Diese zeitliche Dynamik erklärt, warum eine frühzeitige Beratung, idealerweise schon in der Familienplanungsphase, sinnvoll sein kann.

Folsäure und Jod: die zwei unverzichtbaren Supplements

Pflicht-Supplements im Überblick

  • Folsäure: 400 µg pro Tag ab Kinderwunsch, 800 µg bei spätem Beginn, bis Ende des ersten Trimesters.
  • Jod: 100–150 µg pro Tag während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Beide Nährstoffe gelten laut DGE und Verbraucherzentrale als pauschale Empfehlung für jede Schwangere.
  • Bei Schilddrüsenerkrankungen ist die Jodzufuhr ärztlich abzustimmen.

Folsäure und Jod sind die zentralen Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft, weil ihr Mangel mit gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind verbunden sein kann. Folat (die natürliche Form) wird in der Schwangerschaft besonders früh beachtet, weil sich das Neuralrohr des Kindes bereits in den ersten Wochen entwickelt. Jod ist für die Schilddrüsenfunktion von Mutter und Kind erforderlich und damit für die normale geistige Entwicklung des Kindes.

Laut Verbraucherzentrale erreichen nur rund 50 % der Schwangeren in Deutschland ihren Jodbedarf über die Ernährung. Eine gezielte Supplementierung ist daher eine häufig empfohlene Maßnahme. Beide Supplements sind sowohl als Arzneimittel als auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, die Wirkung ist bei gleicher Dosis vergleichbar.

Folsäure: wie viel, wie früh und wie lange?

Folsäure sollte idealerweise schon ab dem Kinderwunsch eingenommen werden, mindestens vier Wochen vor der Empfängnis. Die empfohlene Dosis liegt bei 400 µg pro Tag. Wer erst nach der Konzeption mit der Einnahme beginnt, sollte gemäß Verbraucherzentrale auf Präparate mit 800 µg ausweichen, um den verpassten Aufbau auszugleichen. Die Einnahme wird bis zum Ende des ersten Trimesters (etwa zwölfte Woche) fortgeführt; danach reicht in der Regel eine folatreiche Ernährung.

Folatreiche Lebensmittel als Ergänzung sind: Spinat (roh: ca. 145 µg Folat/100 g), Brokkoli (ca. 90 µg/100 g), Erbsen, Linsen und Vollkornbrot. Diese Quellen ergänzen das Supplement sinnvoll, ersetzen es im ersten Trimester aber nicht zuverlässig, zu groß ist die Schwankung in Abhängigkeit von Lagerung und Zubereitung.

Praxis-Hinweis Folsäure: Tabletten morgens nüchtern einnehmen oder zum Frühstück, die Resorption ist unabhängig von Mahlzeiten gut. Hitze zerstört Folat in Lebensmitteln: Gemüse schonend garen und möglichst kurz erhitzen.

Jod: unverzichtbar für Gehirn und Schilddrüse des Kindes

Jod ist für werdende Mütter erforderlich, weil es für die Schilddrüsenfunktion von Mutter und Kind benötigt wird und zur normalen kognitiven Entwicklung des Kindes beiträgt. Langzeitstudien zeigen, dass ein Jodmangel in der Schwangerschaft mit ungünstigen Entwicklungsverläufen in Verbindung gebracht wird. Empfohlen sind 100–150 µg Jod pro Tag, ergänzend zu jodiertem Speisesalz und Seefisch. Der Tagesbedarf einer Schwangeren liegt insgesamt bei 230 µg, ein Wert, der über Lebensmittel allein kaum zuverlässig erreicht wird.

Bei Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow ist eine ärztliche Abstimmung Pflicht, bevor Jodpräparate eingenommen werden. Die Einnahme wird während der gesamten Schwangerschaft und in der Stillzeit fortgeführt, auch nach der Geburt bleibt der Jodbedarf erhöht, da das Kind Jod über die Muttermilch erhält.

Wer regelmäßig Seefisch, Milchprodukte und jodiertes Salz konsumiert, trägt bereits zur Jodversorgung bei. Dennoch empfehlen DGE und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ein ergänzendes Präparat mit 100–150 µg täglich, weil die tatsächliche Aufnahme stark variiert und ein Mangel keine sofort sichtbaren Symptome zeigt.

Eisen, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren: individuell empfohlen

Eisen, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren gehören zur zweiten Kategorie der Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft: Sie werden nicht pauschal, sondern nach individuellem Bedarf supplementiert. Die Entscheidung trifft die betreuende Ärztin oder der Frauenarzt auf Basis von Blutwerten, Lebensstil und Jahreszeit.


Wichtig: Eine Eigenmedikation ohne Diagnose ist hier nicht ratsam, weil Überdosierungen, insbesondere bei fettlöslichem Vitamin D, schaden können.


Begleitend zu einer ausgewogenen Ernährung kann entweder Gerstengrassaft Pulver oder praktische Gerstengras Presslinge ergänzend eingenommen werden, um den Körper mit vielen Nährwerten zu unterstützen. Hierbei lässt sich das Nahrungsergänzungsmittel in vielen Gerstengras Rezepten einfach einbauen.
Nährstoff Empfohlene Dosis Status Natürliche Quelle
Folsäure 400–800 µg / Tag Pflicht Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte
Jod 100–150 µg / Tag Pflicht Seefisch, jodiertes Salz
Eisen nach Blutbild (30–60 mg bei Mangel) Bei Mangel Rotes Fleisch, Linsen, Kürbiskerne
Vitamin D 800–1.000 IE / Tag Bei Mangel Sonnenlicht, Lachs, Eigelb
DHA (Omega-3) 200 mg / Tag Empfohlen Lachs, Hering, Algenöl
Magnesium 310 mg / Tag Über Ernährung Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte
Calcium 1.000 mg / Tag Über Ernährung Milchprodukte, Mineralwasser
Vitamin B12 3,5 µg / Tag Pflicht für Veganerinnen Fleisch, Eier, Milchprodukte

Eisenmangel in der Schwangerschaft: wann ist ein Präparat nötig?

Eisen wird in der Schwangerschaft nur bei nachgewiesenem Mangel supplementiert. Typische Symptome sind anhaltende Müdigkeit, Blässe, Konzentrationsprobleme und Kurzatmigkeit. Der Frauenarzt prüft den Ferritinwert und den Hämoglobingehalt im Blutbild, idealerweise in der Frühschwangerschaft und erneut um die 28. Schwangerschaftswoche. Ein Ferritinwert unter 30 µg/l gilt als behandlungsbedürftig.
Wichtig für die Einnahme: Eisen wird deutlich besser aufgenommen, wenn es mit Vitamin C kombiniert wird, ein Glas Orangensaft oder eine Portion Paprika erhöhen die Aufnahmerate messbar. Kaffee, Schwarztee, Milch und calciumreiche Lebensmittel hemmen die Eisenaufnahme und sollten mit mindestens zwei Stunden Abstand konsumiert werden. Eine prophylaktische Eiseneinnahme ohne Mangel ist nicht sinnvoll und kann Verstopfung, Übelkeit oder Magenbeschwerden verursachen.


Interessant für Schwangere mit grenzwertigen Eisenwerten: Das natürliche Vitamin C in Gerstengras (laut Laboranalyse 93,7 mg pro 100 g) kann als pflanzliche Ergänzung im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung betrachtet werden.

Vitamin D und DHA: was sagen aktuelle Empfehlungen?

Vitamin D wird besonders in den Monaten Oktober bis März häufig nicht ausreichend über die Haut gebildet. Studien zeigen, dass bis zu 60 % der Schwangeren in Deutschland im Winter einen Vitamin-D-Spiegel unterhalb der empfohlenen Grenzwerte aufweisen. Bei nachgewiesenem Mangel empfehlen viele Ärzte 800–1.000 IE pro Tag, idealerweise zu einer fetthaltigen Mahlzeit, da das Vitamin fettlöslich ist und nur mit Nahrungsfett ausreichend resorbiert wird.


DHA, eine langkettige Omega-3-Fettsäure, trägt zur normalen Entwicklung des Gehirns und der Augen beim Fötus bei. Wer weniger als zweimal pro Woche fetten Seefisch wie Lachs, Hering oder Makrele verzehrt, sollte 200 mg DHA täglich ergänzen. Für Veganerinnen ist Algenöl eine pflanzliche Alternative mit vergleichbarer biologischer Verfügbarkeit, die Alge ist die ursprüngliche Quelle, aus der auch Fische ihr DHA beziehen.


Praxis-Hinweis Vitamin D: Vitamin-D-Präparate morgens oder mittags zum Essen einnehmen, abends eingenommen kann es bei manchen Personen den Schlaf beeinträchtigen. Lassen Sie den 25-OH-D-Spiegel im Blut testen, bevor Sie dauerhaft höhere Dosen einnehmen.

Magnesium, Calcium, Zink und Vitamin B12 im Überblick

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Magnesium, Calcium und Zink sind bei abwechslungsreicher Ernährung meist ausreichend vorhanden.
  • Vitamin B12 ist für Veganerinnen und Vegetarierinnen unverzichtbar zu supplementieren.
  • Cholin ist ein Nährstoff, der den B-Vitaminen ähnelt und dessen Bedarf während der Schwangerschaft steigen kann.
  • Magnesium bei Wadenkrämpfen: ärztliche Absprache vor der Einnahme empfohlen.

Magnesium, Calcium, Zink, Cholin und Vitamin B12 zählen zu den Nährstoffen, die in der Schwangerschaft einen erhöhten Bedarf haben, bei normaler Mischkost aber meist ausreichend zugeführt werden. Eine gezielte Supplementierung lohnt sich nur in besonderen Lebenssituationen, etwa bei veganer Ernährung, ausgeprägten Beschwerden oder bestätigtem Mangel im Blutbild.

Nährstoffe in der Schwangerschaft: Dosierung, Pflicht-Status und natürliche Quellen

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Status Relevanz Natürliche Quellen
Folsäure 400–800 µg Pflicht Hoch Spinat, Brokkoli, Hülsenfrüchte, Vollkorn
Jod 100–150 µg Pflicht Hoch Jodsalz, Seefisch, Milchprodukte
Eisen 30 mg (bei Mangel) Individuell Mittel–Hoch Fleisch, Hülsenfrüchte, Gerstengras
Vitamin D 800–1000 IE Individuell Mittel–Hoch Sonnenlicht, fetter Fisch, Eier
DHA (Omega-3) 200 mg Individuell Mittel Fetter Fisch, Algenöl (vegan)
Magnesium 310 mg Individuell Situativ Nüsse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gerstengras
Calcium 1000 mg Über Ernährung Gering (bei guter Ernährung) Milchprodukte, Grünkohl, angereicherte Pflanzenmilch
Zink 10–11 mg Individuell Situativ Fleisch, Nüsse, Kürbiskerne, Hülsenfrüchte
Vitamin B12 3,5 µg Pflicht (Veganerinnen) Hoch (vegan/vegetarisch) Fleisch, Fisch, Eier, Milch, vegan: nur Supplement

Stand: Juni 2026. Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Netzwerk Gesund ins Leben. Alle Angaben sind Richtwerte, sprechen Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme an, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

  • Magnesium: Der Tagesbedarf liegt bei 310 mg. Magnesium wird bei Wadenkrämpfen oder vorzeitigen Wehen häufig ärztlich empfohlen. Die besten Lebensmittelquellen sind Kürbiskerne (530 mg/100 g), Sonnenblumenkerne, Hülsenfrüchte und Vollkornbrot. Ein Magnesiummangel äußert sich häufig durch nächtliche Muskelkrämpfe, ein Symptom, das viele Schwangere aus dem zweiten Trimester kennen.
  • Calcium: 1.000 mg pro Tag, über Milchprodukte (Joghurt, Käse, Milch), calciumreiches Mineralwasser (mehr als 150 mg Ca/Liter) und grünes Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl meist gut abgedeckt. Nur bei Milchunverträglichkeit ist eine gezielte Supplementierung sinnvoll.
  • Zink: 11 mg pro Tag werden in der Schwangerschaft benötigt. Zink ist ein wichtiger Nährstoff in der Schwangerschaft. Gute Quellen sind Rindfleisch, Kürbiskerne, Käse und Linsen. Bei pflanzlich geprägter Ernährung ist die Bioverfügbarkeit eingeschränkt, Einweichen von Hülsenfrüchten verbessert die Aufnahme.
  • Cholin: Dieser B-Vitamin-ähnliche Nährstoff kann in der Schwangerschaft in den Blick genommen werden. Eier (zwei Eier liefern ca. 250 mg Cholin), Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte sind die besten Quellen. Der empfohlene Tagesbedarf liegt bei 450 mg.
  • Vitamin B12: Für Veganerinnen und Vegetarierinnen zu ergänzen, da es fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) vorkommt. Ein Vitaminmangel in der Schwangerschaft kann bei pflanzlicher Ernährung ohne Nahrungsergänzung kritisch werden. Eine Supplementierung von 3,5 µg pro Tag oder höher ist bei pflanzlicher Ernährung nicht verhandelbar.

Hinweis für Veganerinnen: Eine rein pflanzliche Ernährung erfordert in der Schwangerschaft eine engmaschige Betreuung. Vitamin B12, Eisen, Zink, Jod, DHA aus Algenöl und Vitamin D sollten gezielt ergänzt und regelmäßig über Blutwerte kontrolliert werden. Besonders ein Vitamin-B-Mangel, ein Kaliummangel ist oft das Problem. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für diese Gruppe eine individuelle ernährungsmedizinische Beratung.

Kombinationspräparate: sinnvoll oder überflüssig?

Viele Apotheken und Drogeriemärkte bieten spezielle Schwangerschaftskomplexe an. Diese Präparate können praktisch sein, haben aber eine Schwäche: Sie enthalten oft Nährstoffe in fixen Mengen, die nicht zu jeder Frau passen. Wer bereits gut mit Eisen oder Zink versorgt ist, nimmt durch ein Kombinationspräparat unnötig hohe Mengen auf. Zudem enthalten manche Präparate Vitamin A in Dosierungen, die in der Schwangerschaft problematisch sind, fettlösliche Vitamine speichern sich im Körper und können bei Überversorgung schaden.

Sinnvoller ist daher eine zielgerichtete Supplementierung nach Blutwert und ärztlicher Empfehlung: Folsäure und Jod für alle, alles weitere individuell. Das spart Kosten, reduziert das Überdosierungsrisiko und liefert dem Körper nur das, was er tatsächlich braucht.

Gerstengras als natürliche Begleit-Ergänzung in der Schwangerschaft

Gerstengras ist kein Ersatz für medizinisch notwendige Nahrungsergänzungsmittel wie Folsäure und Jod, es kann jedoch die tägliche Nährstoffbasis auf natürliche Weise ergänzen. Gerstengras ist ein pflanzliches Lebensmittel, das sich als ergänzender Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung eignet. Das junge Grün der Gerstenpflanze enthält eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen.

Das junge Gerstengras enthält unter anderem Vitamin C sowie Eisen, Calcium (425 mg/100 g) und Magnesium und kann eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen. Wer täglich einen Teelöffel Gerstengras-Pulver in ein Glas Wasser oder Saft einrührt, ergänzt seine Ernährung mit weiteren pflanzlichen Bestandteilen.

jomu® Bio Gerstengras wird zweifach bio-zertifiziert und in Deutschland angebaut. Die Ernte erfolgt zweimal jährlich, im Mai und Oktober, wenn das Gras etwa 10–15 cm hoch ist und den höchsten Nährstoffgehalt aufweist. Die schonende Verarbeitung in Rohkostqualität erhält die empfindlichen Inhaltsstoffe. Gerstengras wird von verschiedenen Anwendern in verschiedenen Ernährungsroutinen verwendet.


Gerstengras eignet sich auch als praktische Ergänzung für Frauen, die mit Schwangerschaftsübelkeit kämpfen: Die Presslinge lassen sich ohne Wasser und Geruch unterwegs einnehmen, was die Einnahme auch an schwierigen Tagen erleichtert. Für diejenigen, die das Pulver bevorzugen, reicht ein Teelöffel (ca. 3–5 g) täglich eingerührt in kaltes Wasser, Apfelsaft oder einen grünen Smoothie.


Wichtig: Vor der Einnahme jedes neuen Produkts, auch natürlicher Lebensmittel als Nahrungsergänzung, sollten Schwangere mit ihrer Hebamme oder ihrem Frauenarzt sprechen. Weitere Hintergründe zu Gerstengras in der Stillzeit oder zur Gestengras Wirkung und zur richtigen Einnahme finden Sie in den vertiefenden Ratgeber-Seiten. Wer das Produkt erst unverbindlich kennenlernen möchte, kann eine kostenlose Probe anfordern.

Die fünf wichtigsten Dos und Don'ts

Eine kompakte Handlungsanleitung für werdende Mütter, damit aus der Vielzahl der Empfehlungen klare Entscheidungen werden. Diese Übersicht fasst zusammen, was wirklich zählt.

Das gehört auf Ihre Liste

  1. Folsäure früh beginnen: bereits ab dem Kinderwunsch, spätestens mit dem positiven Test. 400 µg täglich, bei spätem Beginn 800 µg.
  2. Jod durchgehend einnehmen: 100–150 µg täglich während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit; bei Schilddrüsenerkrankungen ärztlich abstimmen.
  3. Eisenwert prüfen lassen: regelmäßiges Blutbild beim Frauenarzt in der Früh- und Spätschwangerschaft, nur bei nachgewiesenem Mangel supplementieren.
  4. Arzt oder Hebamme konsultieren: bei jeder zusätzlichen Supplementierung Rücksprache halten, das gilt auch für pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungen.
  5. Natürliche Quellen bevorzugen: Vollwertige Ernährung als Basis, Präparate als gezielte Ergänzung, nicht umgekehrt.

Das sollten Sie vermeiden

  1. Keine Selbst-Supplementierung fettlöslicher Vitamine (besonders Vitamin A und D) ohne Bluttest, Überdosierungen speichern sich im Körper und können dem Kind schaden.
  2. Keine hochdosierten Kombi-Präparate „auf Verdacht“, viele enthalten unnötige Mengen oder unpassende Nährstoffe für Ihre individuelle Situation.
  3. Keine Leber während der Schwangerschaft, sie enthält gemäß Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu viel Vitamin A und sollte vollständig gemieden werden.
  4. Eisen nicht mit Kaffee oder Tee kombinieren, Tannine und Phytate hemmen die Aufnahme erheblich; mindestens zwei Stunden Abstand einhalten.
  5. Keine Präparate aus unsicheren Quellen, bei Nahrungsergänzungsmitteln auf geprüfte Bio-Qualität und transparente Laboranalysen achten.

Häufige Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft

Pflicht für jede Schwangere sind Folsäure (400–800 µg pro Tag) und Jod (100–150 µg pro Tag). Eisen, Vitamin D und DHA werden nach individueller Situation und Blutwerten empfohlen. Alle weiteren Nährstoffe wie Magnesium, Calcium und Zink lassen sich bei ausgewogener Ernährung in der Regel über Lebensmittel decken. Vitamin B12 ist für Veganerinnen zusätzlich unverzichtbar.

Idealerweise schon bei Kinderwunsch, mindestens vier Wochen vor der Empfängnis. Wer erst nach dem positiven Test mit der Einnahme beginnt, sollte gemäß Verbraucherzentrale 800 µg statt 400 µg wählen, um den verpassten Aufbau auszugleichen. Die Einnahme wird bis zum Ende des ersten Trimesters (Woche zwölf) fortgeführt.

Nein. Viele Präparate enthalten Inhaltsstoffe, die in der Schwangerschaft nicht geeignet sind, etwa hochdosiertes Vitamin A, bestimmte Kräuterextrakte (z. B. Baldrian, Mönchspfeffer) oder übermäßige Mengen fettlöslicher Vitamine. Jedes neue Präparat sollte mit der betreuenden Ärztin oder Hebamme abgesprochen werden, auch wenn es als „natürlich" oder pflanzlich beworben wird.

Vor der Einnahme in der Schwangerschaft sollte die Verwendung individuell mit Arzt oder Hebamme besprochen werden. jomu® Bio Gerstengras ist zweifach bio-zertifiziert, frei von Pestiziden und Zusatzstoffen und enthält keinen Weizen oder Gluten (das junge Gras vor der Getreidebildung ist glutenfrei). Brauchen Schwangere zusätzliches Eisen? Nur bei nachgewiesenem Mangel. Der Frauenarzt prüft regelmäßig den Ferritinwert und Hämoglobingehalt im Blutbild, empfohlen in der Frühschwangerschaft und erneut um die 28. Woche. Ein Ferritinwert unter 30 µg/l gilt als behandlungsbedürftig. Eine prophylaktische Einnahme ohne Mangel ist nicht sinnvoll und kann Verstopfung oder Übelkeit verursachen. Wichtig: Eisen immer zusammen mit Vitamin C und mit Abstand zu Kaffee, Tee und Milch einnehmen.